Zur Geschichte des METROPOL-Theaters:
1914 - 1944

Am 1. August 1914 begann der 1. Weltkrieg und die Theater spielten Kriegsoperetten wie "Der Kaiser rief" (Residenztheater), "Die Waffen her" (Rose-Theater), "Immer feste druff!" (Theater am Nollendorfplatz), "Woran wir denken - Bilder aus großer Zeit" (METROPOL). Mit dem Verlauf der Kriegs- und Nachkriegszeit stieg das METROPOL-Theater auf die Operette um:
  • "Die Kaiserin" (1915) Leo Fall
  • "Die Großherzogin von Gerolstein" (1915) Jacques Offenbach
  • "Csardasfürstin" (1916) Emmerich Kalman
  • "Rose von Istambul (1917) Leo Fall
  • "Faschingsfete" (1918) Emmerich Kalman
  • "Sybill" (1919) Jacoby
immer mit Fritzi Massary in den Hauptrollen.

Die nun folgenden, oft als "Goldene Zwanziger" bezeichneten Jahre, begannen mit dem Kapp-Putsch und der Inflation und endeten mit der Wirtschaftskrise. Nachdem Richard Schultz die Direktion niedergelegt hatte, wechselten am METROPOL-Theater die Direktoren, bis der "Schwarze Freitag" 1927 den Konkurs brachte. Der Theaterkonzern der Gebrüder Rotter übernahm das METROPOL-Theater, ihr Plan, das Theater des Westens und das Metropoltheater zusammezulegen scheiterte wegen Mißerfolgs, der Konzern selbst brach 1932 endgültig zusammen. Eine "Notgemeinschaft METROPOL" versuchte den Theaterbetrieb weiterzuführen, und 1934 wurde Heinz Hentschke von den Nationalsozialisten als Direktor benannt.

Franz Lehár, Richard Tauber, Vera Schwarz Spielplan der zwanziger Jahre:

Vorerst regierten weiter Emmerich Kalman mit dem

  • "Hollandweibchen" (1920) und der
  • "Bajadere" (1922),
  • "Fräulein könn'n sie Shimmy tanzen?", der
  • "Gräfin Mariza" (1924) und der
  • "Zirkusprinzessin" (1926) auf die noch sein
  • "Veilchen vom Montmartre" folgte (1930),
Leo Fall mit
  • "Die Straßensängerin" (1921) und später
  • "Madame Pompadour".
und der eher seichte Franz Lehár zog 1921 mit seiner
  • "Blauen Mazur" ins METROPOL-Theater ein, um dann Ende des Jahrzehnts Triumphe an diesem Theater zu erringen mit
  • "Der Graf von Luxemburg" (1927)
  • "Friederike" (1928),
  • einer revuehaft aufgeputzten "Lustigen Witwe" (1928)
  • "Land des Lächelns" (1929)
  • "Schön ist die Welt" (1931),
in all diesen Werken mit Richard Tauber als Startenor.

Im November 1924 war die "Fledermaus" mit Bruno Walter am Pult, dem 1925 Lecoqs "Mamsell Angot" folgte.
Der zeitweilige Direktor Walter Bromme setzte 1923/24 nur seine eigenen Werke auf den Spielplan:
  • "Schönste der Frauen",
  • "Karneval der Liebe",
  • "Mascottchen" und
  • "Tausend süße Beinchen".
Kollos "Marietta" wurde in den zwanziger Jahren gleich zweimal inszeniert (1923 und 1929) und von Künneke gab es "Casino-Girls" (1923).

Mit Revuen versuchte man an die Vorkriegstradition des Theaters anzuknüpfen. 1922 war "New York - Berlin" ein erster Versuch in dieser Richtung, dem 1926 "Die Nacht der Nächte" und "Wieder METROPOL" folgten. 1925 gastierte eine amerikanische Truppe mit "No, No, Nanette" von Youmanns. Die Operetten Paul Abrahams - "Viktoria und ihr Husar" (1930) und "Die Blume von Hawaii" (1931) - wurden bald nach ihren Uraufführungen, die an anderen Theatern stattfanden, aufgenommen.

Von 1934 bis 1944 folgten am METROPOL-Theater die Hentschke-Revue-Operetten mit den Titeln

  • "Lauf ins Glück" (1934)
  • "Ball der Nationen" (1935)
  • "Auf großer Fahrt" (1936)
  • "Maske in Blau" (1937)
    Komponist Fred Raymond

  • "Melodie der Nacht" (1938)
  • "Die oder keine" (1939)
  • "Frauen im METROPOL" (1940)
    Komponist Ludwig Schmiseder

  • "Hochzeitsnacht im Paradies" (1942)
    Komponist Friedrich Schröder

  • "Königin einer Nacht" (1943)
    Komponist Will Meisel

  • "Wiedersehen macht Freude" Revue (1944)
Am 1. September 1944 werden alle Theater geschlossen.

Im März 1945 wird das METROPOL-Theater in der Behrenstraße bis auf den Zuschauerraum, der erhalten blieb, durch Bomben zerstört.

(Foto oben: Franz Lehár, Richard Tauber und Vera Schwarz 1929 in alten METROPOL-Theater)


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